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vielleicht bin das ich

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Wurzel, Krepp und Seide
24. Februar 2026
Galerie Notburga, Innsbruck

 

Einführung zur Vernissage von Barbara Psenner

Zwei Künstlerinnen, beide aus Südtirol, finden nicht zum ersten Mal in einem Projekt zusammen, die Wortkünstlerin und die Fotografin, wobei ihrekünstlerischen Ausdrucksweisen durchaus fluidesind in ihren Medien: Fotografie, Texte, Zeichnungen, Siebdruck, Skulpturen.


Hanna Battisti, die Künstlerin, Fotografin, Kunsttherapeutin zeigt seit über 30 Jahren ein inhaltlich stringentes Werk in zahlreichen Publikationen, Fotoreportagen, Ausstellungen, immer wieder auch in Gemeinschaftsprojekten mit KünstlerInnen aus Nord und Südtirol.Dass sie ihre Fotokunst mit fernöstlichen Tuschezeichnungen erweitert, passt gut zu ihrer weltoffenenund einfühlsamen Arbeitsweise.

Wichtige Inspirationsquellen findet Hanna Battisti in der Philosophie der Achtsamkeit östlicher und westlicher Weisheitslehren, so beim vietnamesischenMönch Thich Nhat Hanh: „Achtsamkeit hilft uns, die Schönheit in jedem Moment des Lebens zu erkennen.- Achtsamkeit bedeutet, wirklich präsent zu sein und das Leben in seiner ganzen Fülle zu erleben.“

Wir, die fühlenden Wesen, sagt Hanna Battisti. Inspiriert wurde sie durch die Begegnungen mit den Künstlerinnen des Stilllebens im Spätbarock und der Renaissance, mit Malerinnen, die Wunderkammern voller Kuriositäten schufen. Ihre Arbeiten erzählen von kleinen Kostbarkeiten in der Natur. Sie verbindet das Auffinden und Visualisieren feingliedriger Strukturen von Wurzeln und Insekten mit einer Recherche im Bereich der Botanik von Pflanzen und der Biologie von Amphibien, Insekten und wirbellosen Lebewesen.

Die Artenvielfalt ist durch menschliche Eingriffe in das Gleichgewicht der Natur, durch Klimaerhitzung bedroht. Die Schönheit und die Vergänglichkeit des gefährdeten Planeten Erde und des zerbrechlichen Lebens berühren sie sehr. Die Anregungen findet sie im eigenen Garten, in den heimischen Wäldern und Bergen, in botanischen Gärten, in Naturmuseen, in Aquarien und Planetarien.

Battisti geht es nicht um eine realistische Wiedergabe der sichtbaren Welt. Landschaften, Innenräume oder Gegenstände erscheinen in ihren Arbeiten nur angedeutet. Dadurch entsteht der Eindruck, dass man weniger ein Motivbetrachtet als vielmehr eine Idee, eine Erinnerung daran.
Die Bilder zeigen nicht nur, was wir sehen, sondern wie wir sehen.

Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei und zeichnerischer Spurensuche. Dabei steht weniger die Darstellung eines konkreten Gegenstandes im Mittelpunkt, sondern vielmehr der Prozess des Sehens selbst und für die Darstellung findet sie ganz unterschiedliche Ausdrucksformen, Fotografien auf edlem Hahnemühle Papier, auf nachhaltiger Seide oder in kleinen wundersamenSkulpturen aus Abfallprodukten.

Wir, die fühlenden Wesen, sind die Adressaten dieser künstlerischen Botschaft.

 

Erika Wimmer Mazohl ist gebürtige Boznerin. Mit ihren lyrischen und Prosawerken hat sie sich in der literarischen Szene längst einen Namen gemacht. Seit 1991 erscheinen ihre Romane, Hörspiele, Gedichtbände, Essays zur Literatur, Theaterstücke. Dazu kommen Textinstallationen, Textplakate, immer wieder auch mit Fotografie. Mit vielen Preisen und Auszeichnungen wurden ihre erzählenden, dramatischen Arbeiten bereits bedacht.

In dieser Ausstellung befasst sich Erika Wimmer Mazohl, die Buchstabenkünstlerin, mit sich selbst, ihrem ICH. Sie setzt sich in ihrem Werkzyklus „Körperschriften“ mit dem menschlichen Körper als Träger von Zeichen, Erinnerung und gesellschaftlicher Bedeutung auseinander. Der Titel „Körperschriften“ macht das zentrale Thema sichtbar: Der Körper erscheint nicht nur als biologisches Objekt, sondern auch als Gedächtnisträger. Jede Spur auf der Oberfläche verweist auf Vergangenheit — persönliche wie gesellschaftliche Erfahrungen hinterlassen Zeichen, die nicht vollständig verschwinden. Der Körper trägt somit seine Geschichte in sich.

Es sind die subtilen Transformationen und die Spuren der Erfahrungen im (weiblichen) Körper, die Narben, Falten oder Druckstellen, die glatte Haut, die sich in Krepp verwandelt, die sie hier anhand von Sprach- und Körperbildern erkundet. Erika Wimmer MazohlsWerk „Körperschriften“ macht deutlich, dass der menschliche Körper weit mehr ist als eine physische Hülle. Er wird zum Träger von Bedeutungen, Erinnerungen und gesellschaftlichen Einwirkungen. Der Körper kann gelesen werden wie ein Text, der ständig neu geschrieben wird.

Sie verwandelt die eigene Lyrik, die sich auf den Körper und seine altersbedingten Veränderungen bezieht, in „Körperbilder“. Ein Text löst sich ab, löst sich Buchstabe für Buchstabe auf. Der Text verschwindet, die Buchstaben bedecken, schmücken den Körper. Es ist der Prozess der Veränderung des Textfragmentes in Körperschrift.
Auch Sprache ist Veränderungen unterworfen, sie löst sich auf, sie schwindet, stirbt, wenn der Fokus darauf erlischt. Texte brechen auf der Zunge, Gedanken reißen oft unvermittelt ab oder stoßen uns ins Unbestimmte.

Erika Wimmer Mazohl nennt ihre Arbeit Vergänglichkeitsmeditation.

Der Blick nach draußen, der Blick nach innen – sie sind nicht verschieden. Sie zeigen das ICH in seinen vielen Schichten, angeregt von den Engeln der Kreativität, getrieben von inneren Monstern. Auch diese Ich-Bilder in fotografischen Verfremdungen oder als serielle Zeichnungen/Siebdrucke ergänzen die Körperbilder.

Erika Wimmer Mazohlund HannaBattisti untersuchen auf unterschiedliche Weise die Beziehung zwischen Mensch und Erfahrung. Während Wimmer Mazohl den Körper als Ort von Erinnerung und gesellschaftlicher Prägung zeigt, stellt Battisti die menschliche Wahrnehmung und das innere Erleben in den Mittelpunkt. Gemeinsam ist beiden, dass ihre Kunst weniger die sichtbare Welt darstellt als vielmehr das menschliche Erfahren dieser Welt. Was ihre beiden Positionen verbindet, ist im Wesentlichen das Sichtbarmachen der politischen und spirituellen Dimension des weniger Augenscheinlichen:Hier in Wurzel, Krepp und Seide.

 

KÖRPERSCHRIFTEN. Fotografie und Siebdruck

Nicht nur der Körper ist der Vergänglichkeit unterworfen, auch Texte und die Sprache schwinden, wenn der Fokus darauf erlischt.

Vernissage 24.2.2026, 19h Galerie Nothburga 

Die Ausstellung ist bis 21.3.2026 zu sehen.

Das Projekt SPIEL DER FARBEN & CHOR DER FRAUEN gemeinsam mit Anna Maria Mackowitz wird derzeit aktualisiert.

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CHOR DER FRAUEN

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12.9. - 11.10.2025

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